Wissenswertes zu Anschlagmitteln aus Drahtseil

Grundlagen zum Heben mit Drahtseilen

1. Rechtsgrundlage

Für den Einsatz von Anschlagseilen aus Stahldraht gelten im Wesentlichen die folgenden Normen:

EN 13414-1 bis 4 (DIN 3088)
EN 13411-2 (DIN 3089)
EN 13411-3 (DIN 3093)
EN 13411-3 (DIN 3095)
EN 13411-4 (DIN 3092)
EN 13411-5 (DIN 1142)
EN 13411-6 (DIN 43148)
EN 13411-7 (DIN 15315)
EN 12385-1 bis 4 (DIN 3051)
BGR 151

Darüber hinaus gilt die Europäische Maschinen-Richt­linie 2006/42 EG (Gerätesicherheitsgesetz) und natürlich die BGR 500/2.8, Lastaufnahme­einrichtungen in der Hebezeugtechnik.

2. Kennzeichnung

Für den Einsatz im Hebebereich dürfen nur normgerechte, nach der entsprechenden CE gekennzeichnete Anschlagseile eingesetzt werden.

Beispiele für ordnungsgemäß gekennzeichnete Anschlagseile:

Drahtseile 1

3. Seilarten und Endverbindungen

Es werden folgende Seilarten unterschieden:

Litzenseil

litzenseil

Kabelschlagseil

Kabelschlagseil

Kabelschlagseile haben bei gleichem Durchmesser eine geringere Tragfähigkeit, sind aber deutlich flexibler und anschmiegsamer, was im Einsatz von Vorteil sein kann.

Als Endverbindungen sind nur folgende Arten zulässig:

Spleiß

Spleiss

Flämisches Auge

Flaemisches Auge

Drahtseilklemmen als Endbefestigung dürfen nur für eine einmalige Verwendung eingesetzt werden, unter der Voraussetzung, dass die EN 13411-5 beachtet wird und mit einem Drehmomentschlüssel gearbeitet wird.

4. Handhabung und Einsatz

Anschlagseile aus Drahtseil können grundsätzlich im Temperaturbereich von -40°C bis +100°C eingesetzt werden. Wenn die entsprechenden Einschränkungen beachtet werden, sind folgende Ausnahmen möglich:

Hinweis: Bei der Kombination mit anderen Anschlagmitteln sind deren zulässige Einsatztemperaturen zu beachten!

Seil-Endverbindung Drahtseil mit Oberflächentemperatur des Seils in °C Tragfähigkeit
Alu-Pressklemme Fasereinlage -40 bis +100 100 %
zylindrisch/konisch Stahleinlage -40 bis +150 100 %
Spleiß Fasereinlage -40 bis +100 100 %
  Stahleinlage -40 bis +150 100 %
    +151 bis +200 90 %
    +200 bis +300 75 %
    +300 bis +400 65 %
Flämisches Auge Faser nicht zulässig  
mit Stahlklemme Stahleinlage -40 bis +150 100 %
    +151 bis +200 90 %
    +200 bis +300 75 %
    +300 bis +400 65 %

 

Drahtseile 2Beim Anschlagen mit Drahtseilen müssen ebenfalls die Oberflächen und Kanten der Last berücksichtigt werden, denn scharfe Kanten können zu Beschädigungen des Anschlag­seiles führen. Eine scharfe Kante liegt immer dann vor, wenn der Kantenradius „r“ kleiner ist als der Durchmesser „d“ des Drahtseils.

Ist die Last scharfkantig oder hat sie eine raue Oberfläche, muss ein geeigneter Abrieb- oder Kan­­tenschutz eingesetzt werden.

Die Tragfähigkeiten von Drahtseilen ist den Tragfähigkeits­tabellen zu entnehmen.

Drahtseile 3Wichtig: Es darf nicht über einen Winkelbereich von mehr als 60° angeschlagen werden. Die auftretenden Kräfte über diesen Neigungswinkel hinaus sind unbeherrschbar!

 5. Sicherheitstechnische Hinweise

  • Es dürfen niemals beschädigte Anschlagmittel verwendet werden. (§3.13 BGR 500, Kap. 2.8)!
  • Niemals Seile mit Knoten- oder Klankenbildung einsetzen!
  • Niemals über 60° Neigungs­­winkel b anschlagen!
  • Schlaufen müssen passend für den Kranhaken sein!
  • Drahtseile niemals ohne Kantenschutz bei scharfen Kanten anwenden!
  • Einsatztemperatur beachten!
  • BGR 500, Kap. 2.8 beachten!
  • Niemals mehrsträngige Seilgehänge einsetzen, in denen mehr als 2 Stränge im A- oder B-Glied eingearbeitet sind.

Die jährlich vorgeschriebene Prüfung von Anschlagseilen ist in § 3.15 der BGR 500, Kap. 2.8 geregelt. Instandsetzungsarbeiten dürfen nach § 3.14 BGR 500, Kap. 2.8 nur von sachkundigen Personen durchgeführt werden.

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